Steelhead Fliegenfischen Kanada 2014 2

Von Prince George nach Smithers und weiter


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Steelhead Fliegenfischen 2014 Teil zwei, von Prince George nach Smithers

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Nach der Übernachtung am Rande des Highway 16 ging es auf diesem weiter Richtung Westen. Von Prince George bis zur Ortschaft Fraser Lake sind es 160 Kilometer. Viel hat der Ort nicht zu bieten, abgesehen von einem der fünf besten Regenbogenforellen Flüsse Nordamerikas, dem Stellako River. Dieser Fluss ist recht kurz, etwa 12 Kilometer. Er ist die Verbindung zwischen dem Francois Lake am oberen und dem Fraser Lake am unteren Ende.

Um den Fraser Lake in West Kanada

Fraser Lake in KanadaDer Fraser Lake mit gleichnamiger Ortschaft

Der Fraser Lake wird vom Stellako River gespeist. Entwässert wird er über eine kurze Verbindung in den Nechacko River, welcher bei Prince George in den Fraser mündet. Diesen Weg nehmen in umgekehrter Richtung die Lachse, die bei Vancouver in den Fraser einschwimmen, zum Aufstieg.

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Während des Jahres, ausgenommen der Lachs Aufstiegszeit, können die Regenbogen im Stellako auf Trockenfliegen gefangen werden. Sobald der Aufstieg, also die Laich Zeit los geht, sehen sie nur noch rot und die Trockenfliegenfischerei ist vorbei. Ich habe es ein paar mal im September mit dem Fliegenfischen versucht, es aber aufgegeben. Der Fluss ist dann dermaßen voll mit Lachsen, dass an eine vernünftige Fischerei nicht mehr zu denken ist. Ein kleines Beispiel: Beim hinter mir herziehen der Trockenfliege im Uferbereich, hakte ich kurz hintereinander zwei Lachse im Rücken. Mit der Nymphe war gar nichts mehr zu machen, jeder Versuch endete mit einem außen gehakten Lachs, da hört der Spass auf.

2014 machte ich nur einen Abstecher zum Auslauf des Francois Lake, fischte aber nicht. Der Stellako ist auch ein classified Water, schlägt also mit über can$ 20,00 zu Buche. Zu jeder anderen Jahreszeit macht es Sinn darüber nachdenken, nicht aber im September oder Oktober. So ging es gemütlich weiter Richtung Smithers.

Der nächste Stop ist in Houston, BC (natürlich nicht Texas). Etwa 150 Kilometer von Fraser Lake entfernt, ist man etwa 2 Stunden mit dem Auto unterwegs. Houston ist der perfekte Ort, wenn der Morice River befischt werden soll. Dieser ist eigentlich der Quellfluss des Bulkley River. Der Bulkley bekommt seinen Namen von einem sehr kleinen Zulauf, gerade in Houston.

Leider hatte es ein paar Monate bevor ich dort ankam, einen unschönen Unfall zwischen einem Fliegenfischer und einer Grizzly Mama gegeben. Dazu kommt, dass es mir bis heute nicht gelungen ist, eine Steelhead am Morice zu fangen. Das Risiko also allein eingehen, dazu hatte ich keine Lust. In einer Gruppe kann man das allerdings schon angehen.

Highway 16Der Abstand zwischen Smithers und Terrace beträgt 200Km

Zu diesem Zeitpunkt war immer noch reichlich Zeit um nach Smithers zu kommen. Also machte ich noch einen kleinen Abstecher zur Quick Bridge. Dort kann man in guten Jahren immer einige Steelies unterhalb und oberhalb der Brücke beobachten. Dieses Mal war es leider nichts damit, also weiter nach Smithers.

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Zwischen der Quick Bridge und Smithers liegt noch die kleine Ortschaft Telkwa. Eigentlich nichts besonderes, sieht man von der Tatsache ab, dass einer der besten mir bekannten Steelhead Runs im Ortsbereich liegt. An diesem gab es, von 2013 mal abgesehen, immer einen Haufen Spass. 2013 konnten wir zu viert am Bulkley gerade mal drei Steelies drillen, von denen sich zwei im weiteren Verlauf aber leider wieder aushängten. Das Ergebnis 2013 war also vier Fliegenfischer, die vier Tage am Bulkley fischten und eine einzige Stellhead landeten!

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Also war für mich eigentlich noch eine kleine Rechnung offen.

Nur 15 Kilometer trennen Telkwa von Smithers, so war ich 15 Minuten später an meinem vorläufigen Ziel, dachte ich. Mein erster Weg führte mich zu Oscars Sports, einem recht gut für Fliegenfischer eingerichteten Sport Geschäft. Mit diesem verbindet mich eine jahrelange, geschäftliche Beziehung, so frage ich bis heute dort nach, was es besonderes zu beachten gibt. Diesmal ging es mir darum, in welchem Zustand der Copper River sei.

Fliegenfischen auf Steelhead am Copper RiverDer Copper River bei Top Wasserstand

Da nichts aktuelles bekannt war, wurde kurzerhand in Terrace, dort mündet der Copper in den Skeena, angerufen. Die Auskunft war, dass der Copper gut zum Fliegenfischen sei und der Wasserstand immer noch besser wird! Also zwei Karten gekauft, für Montag und Dienstag, Lebensmittel und Getränke ergänzt und los ging es. Obwohl nicht getrödelt wurde, ging es erst etwa um neun Uhr Abends auf den Highway. Die Strecke bis zur Mündung des Coppers beträgt 200 Km, dann folgen noch etwa 40 Km Gravelroad.

Um es kurz zu machen, bereits nach 50 Kilometern fing es an zu regnen. Dies änderte sich bis zur Coppermündung nicht, es wurde sogar immer schlimmer. An der Mündung war an ein Fischen überhaupt nicht zu denken. Um ganz sicher zu gehen, muss man am Copper 35 Km aufwärts fahren. Dort mündet ein Zulauf, der oft trübes Gletscherwasser führt. Oberhalb dieser Mündung war immer noch nicht ans Fischen zu denken. Meine Laune war leicht unter dem Gefrierpunkt.

Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich, es war Mitternacht, zum Schlafen zu richten um zu sehen, wie sich die Sache am nächsten Tag darstellen würde. Das Fahrzeug parkte in einer kleinen Picknickarea. Etwa zwei Stunden später wachte ich auf und konnte mit Mühe von dieser mit dem Auto flüchten. Das Wasser trat bereits über das Ufer und drohte den Rüchweg abzuschneiden.

Mit Glück war es mir möglich, den Highway zu erreichen. Dort erst einmal angekommen war es, nachdem die Müdigkeit sich in Grenzen hielt, logisch direkt nach Smithers zurück zu fahren. Sobald der Angelladen öffnete kaufte ich mir zwei neue Lizenzen, diesmal für den Bulkley. Die Dame, die mir am Vortag die Lizenzen für den Copper verkauft hatte, schaute etwas entgeistert. Sie gab mir eine Adresse, bei der Beschwerden über Angelgerätehändler, Guides usw. abgegeben werden können, bis heute hab ich keinen Gebrauch davon gemacht.

der Bulkley im HerbstTopkonditionen am Bulkley

Der Bulkley River

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Der Bulkey präsentierte sich in einem perfekten Zustand zum Fliegenfischen. Der Wasserstand war optimal, die Zahl der Fliegenfischer hielt sich in Grenzen und die Lufttemperatur lag bei angenehmen 15 Grad, um die Mittagszeit. Den Montag und Dienstag verbrachte ich in der Umgebung von Telkwa am Bulkley. Am Anfang war noch das schlechte Ergebnis von 2013 am Bulkley in meinem Kopf, dieses änderte sich allerdings nachder ersten Stunde am Wasser.

Wie weiter oben schon beschrieben, hatten wir in 2013 zu viert in vier Tagen gerade Mal eine gelandete Steelhead zu verzeichnen. Allerdings haben sehr bekannte Bulkley Guides das Bulkleyjahr 2013 als aüßerst schwach kategorisiert.

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In 2014 keine Spur von einem schwachen Jahr. Ich fischte insgesamt drei Tage am Bulkley und konnte in denen neun Steelheads landen, allerdings keine einzige auf Trockenfliege. Allerdings ist das Fischen mit der Nymphe an einem sehr langen 0,25er Vorfach mit der Einhandrute Schnurklasse acht extraordinär. Ob das Werfen, das Fischen oder der Fang einer Steelhead mit der Einhand, alles fordert vom Fliegenfischer höchste Aufmerksamkeit.

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Mehr im dritten Teil meiner kleinen West Kanada Geschichte

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