Fliegenfischer beim Fliegenfischen auf Forellen und Äschen

Fliegenfischer unterwegs, Fliegenfischen


Fliegenfischer mit fliege am wasser

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Was ist Fliegenfischen, von Vincent Kluwe-Yorck

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Der wohl größte Reiz bei diesem Hobby, mit Kunstfliegen auf Äschen und Forellen zu fischen, liegt in urwüchsigen Landschaften und einer Anziehungskraft ewigschöner Gewässer - eben einer oftmals grandiosen landschaftlichen Bühne, auf deren Basis sich die Fisccherei mit den Miniaturkunstwerken vollzieht, die als Imitationen dem Leben nachgeschaffen wurden. Man denke sich, wie ein Fliegenfischer watend im seichten Wasser des Forellenbaches steht und spielerisch die Leine schwingt und die Trockenfliege sanft vor dem Ring einer gerade eben gestiegenen Forelle serviert - während der Bach mit seiner klaren Forschheit sich fast unbemerkt durch die von Fels begrenzten Wiesen schlängelt. Oder die ins Bild gerückte Bergkulisse, vor dieser ein reißendes Wasser wutgrollend durch seine tiefgefräste Rinne jagt, jedes Hindernis über die Jahrtausende hinweg zernagend.

Dabei so ehrfurchtgebietend machtvoll, dass kein Fischer es wagen dürfte, seinen Fuß in das undenkbar alte Gewässer zu stellen!

Und ein Fischer selbst? Er muss viel lernen! Die technische Seite des Fliegenfischen - Montage von Rolle und Rute, Schnur und Vorfach und Zusammenstellung eines reichhaltigen Ködersortiments - ist nur ein kleiner Teil. Das wichtigste: er muss lernen, dabei zu beobachten! Er muss die Fischarten bereits im Wasser unterscheiden - nicht nur, um die Schonzeiten einzuhalten!

Mit der Fliege fischen verlangt während erster Schritte ans Ufer die Aufmerksamkeit dem Aufspüren des Fisches durch Beobachten des Wassers zu widmen, wobei eine Polaroidbrille die Spiegelungen am Wasser weitgehend beseitigt und dadurch dem Angler ermöglicht, einzeln am Grund stehende Fische erkennen und die Arten unterscheiden zu können.

Wie verhalten sich die Fische? Stehen sie zwischen Quellmoosbüscheln versteckt, sich nur gelegentlich durch aufblitzendes Silber und mit einem schnellen Flossenschlag verratend, mit dem sie einer vorbeitreibenden Beute zusteuern? Wenn einzelne Fische steigen: um welche Fischart handelt es sich und nach welchen Insekten greifen sie? Zeigt sich das Steigen als temperamentvoller, herzhafter Forellenbiß, welcher kräftige, weitlaufende Ringe hinterlässt oder als spitzmündiger, sanfte Äschenkuß, dem nur kleine Ringe folgen?

Und der Angler muss lernen, die Vielfalt von Insekten durch ihr arttypisches Flugverhalten zu unterscheiden - erkennen, welche Insektenart gerade in Scharen schlüpft oder ihre Eier ablegt und damit heißhungriges Interesse bei Fischen auslöst. Er wird sich auch dafür interessieren, wie sich das Kleingetier zur Larve entwickelt und welches Leben es entfaltet, um ihr Dasein kunstvoll darzustellen.

Schließlich beginnt er, schrittchenweise, sich dem Fliegenbinden anzunähern - spätestens, sobald er erfahren hat, wie es ist, wenn die Fische beharrlich nach einem Muster steigen, das sein Sortiment nicht enthält und seine Köder ignorieren! Wie schön wäre es, sofort am Ufer mit Fliegenbinden das entsprechende Muster herzustellen! So vereint dieses Hobby drei große Leidenschaften: Fliegenfischen, Insektenkunde und Fliegenbinden.

Die ersten Schritte sind getan - ein Fischer hat sein Gerät montiert und am Bach einen Fisch mit gutem Maß ausgemacht. Die Polaroidbrille, die ihm geholfen hat, die Oberfläche zu entspiegeln und die Fische an ihren Standorten zu beobachten, schützt nun ebenso wie sein Hut die Augen vor schädlichen Reflexionen des scharfen Sonnenlichtes und vor fehlgeleiteten Fliegenhaken. Die Watstiefel ermöglichen dem Angler, in das Wasser zu steigen und sich von hinten, gegen die Strömung watend, an einen Fisch heranzupirschen. Da Fische mit dem Kopf gegen die Strömung stehen und diese den Schall von ihnen wegträgt, hat er gute Aussicht, unentdeckt zu bleiben.

Nach langer Beobachtung durch seine Polaroidbrille weiß er, um welche Fischart es sich handelt. Schon der Standort gibt einige Anhaltspunkte: Bachforellen halten sich gern in ufernahen Unterständen zwischen Wurzelwerk oder in Gumpen auf, während Regenbogner mitten in der Strömung unter der Oberfläche entlangstreifen, Äschen sich in tiefen Rinnen zwischen Quellmoosbüscheln verbergen und Döbel es lieben, im Rudel im offenen Freiwasser vor Hindernissen zu lauern.

Aufmerksam wird beobachtet, nach welcher Insektenart die Fische greifen. Erscheint diese Art in Massen, ist es wenig sinnvoll, den Fischen etwas anderes anzubieten, denn sie widmen sich dieser Beute mit völliger Ausschließlichkeit und alles andere bleibt unbeachtet!

Steigen die Fische nach Insekten an der Oberfläche - z.B. bei einem Massenschlupf oder bei der Eiablage, dürfte es dem Angler mit etwas Geschicklichkeit gelingen, ein auf dem Wasser vorbeitreibendes Insekt zu fangen und zu untersuchen. Ein entsprechendes Muster passender Größe präsentiert er trocken oder nass - wie erforderlich.

fliegenfischen am fluss auf forellen und äschen

Bevor ein Fliegenfischer seine Trockenfliege serviert, bedenkt er, dass die Äsche jedesmal zum Grund zurückkehrt, bis sie nach einem neuen Bissen steigt. Der Köder wird daher mit 2 bis 3 Meter Vorhalt angeboten. Sobald sie die Fliege sieht, lässt sie sich ein wenig mittreiben, bis sie dann blitzartig zugreift. Eine Forelle dagegen wird vom Vorhalt verschreckt, da sie die über ihr hinwegtreibende Schnur entdeckt, muss also direkt angeworfen werden. Für den Grund probiert selbiger verschiedene Nymphen - u.a. eine fängige Goldkopfnymphe - bis sich der Erfolg einstellt.

Bedenken muss er bei einem Biß, dass Fische die Täuschung durch die Imitation sofort bemerken. Fliegenfischen benötigt eine schnelle und eindeutige Bißerkennung. Dies ist folglich ein wichtiger Schritt fur den Erfolg, da der Fliegenfischer jeden Biß auf schnellstem Weg mit einem Anhieb beantworten muss. Besser einmal mehr anschlagen als einmal zu wenig!

Wie werden verschiedene Köder im Fließwasser angeboten?

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1. Trockenfliege:

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Wird gegen die Strömung, also stromauf geworfen und treibt dann auf den Fliegenfischer zu, wobei die Schnur nach und nach aufgenommen wird, um den direkten Kontakt mit dem Köder zu halten. Einen Biß erkennt man am typischen Ring, der sich um den Köder bildet.

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2. Nassfliege:

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Wird stromab eingeworfen und gegen die Strömung ungleichmäßig schliddernd zurückgezupft. Darf vom Fliegenfischer auch schräg stromab geworfen werden. Unter Schnurspannung treibt sie ab und wird dann zurückgezupft.

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3. Nymphe:

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Inzwischen ist der Anteil des Nymphenfischen deutlich gestiegen. Wird stromauf geworfen und treibt auf den Fliegenfischer zu. Der hinter dem Vorfach eingeknüpfte Bißanzeiger signalisiert den Zeitpunkt für den Biß. Die Nymphe darf auch einige Meter am Angler vorbeitreiben und dann an der Schnur gehalten werden, wobei sie von der Strömung hochgedrückt wird und damit ein aufsteigendes Insekt ("Emerger") imitiert. Ist es nötig, die Nymphe sehr schnell sinken zu lassen, um sie einer Forelle in einem tiefen Gumpen anzubieten, empfiehlt sich ein geflochtenes, beschwertes Vorfach. Der Nachteil ist, dass das Feingefühl leidet und spitze Bisse schlecht zu erkennen sind.

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4. Streamer:

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Diese großen Köder, mit denen sich auch eingewanderte Hechte aus Forellenbächen herausfangen lassen, werden wie Naßfliegen stromab eingeworfen und gegen die Strömung gezupft. Der Streamer ist in allen Tiefen erfolgreich, wobei schon geringste Bewegungen genügen, ihn lebendig spielen zu lassen!

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Autor: Vincent Kluwe ( von den Bergen bis zur See )

Berater: Wolfgang Fabisch
 

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