für Einsteiger

Eigentlich, eigentlich hatte ich mir die Sache so gedacht. Ankunft in Vancouver um 11.00 Uhr Ortszeit. Den Lei
hwagen übernehmen und dann 3Termine in Vancouver erledigen. Anschließend nach Hope fahren, das liegt etwa 160 km östlich von Vancouver, ein Motel suchen und danach noch eine Steelhead am Ankunftstag fangen. Das hatte ich bei meinen letzten 29 Besuchen nicht geschafft. Eigentlich...
Der Abflug in München war für 09.45 Uhr geplant. Kurz vor erreichen des Flugplatzes bekam ich per Handy die Nachricht, dass der Flug um ca 4 Stunden verspätet starten würde. Soviel zu den Planungen für den Ankunftstag in Kanada! Einen der Termine konnte ich noch erledigen und das mit dem Zimmer in Hope funktionierte auch, aber dann war es auch schon so dunkel, daß an ein fischen nicht mehr zu denken war. Die ersten Steelheads wurden -erst- am zweiten Tag gefangen.
Ich möchte Sie auf keinen Fall verunsichern, aber dieses Beispiel, passiert im September 2007, soll ihnen zeigen das auch bei bester Planung nicht unbedingt alles nach Plan laufen muß.
Dieser Bericht soll Sie bei einer eventuellen Planung eines Fliegenfischer Urlaubs im Westen Kanadas unterstützen. Ein solcher Urlaub kann Ihnen einen Lebenstraum erfüllen, wenn Sie einige Punkte bei ihrer Planung beachten. Die Tour führt von Vancouver über Hope, Williams Lake, Prince George, Smithers nach Terrace. Zum Abschluß dann noch ein paar Tage auf Vancouver Island. Alle Entfernungsangaben beziehen sich auf Hope!
Bei dem Termin in Vancouver, es handelte sich um Angelgeschäft, erwarben wir die benötigten Lizenzen. Wenn der Aufenthalt eine Woche überschreitet, kommt man am besten mit einer Jahreslizenz weg. Diese gilt immer vom ersten April bis zum 31 März des Folgejahres. Schöner Nebeneffekt, sollten Sie einmal Interesse an der Wintersteelhead Fischerei haben, können Sie im nächsten Jahr mit der gleichen Lizenz im Februar oder März fischen. Der Preis für die Grund Lizenz betrug 2007 can$ 90,00. Dazu kommt dann noch die Steelhead-Marke, ohne die ist ein Fischen auf Steelheads verboten, mit ca can$ 40,00. Wir fangen beim Steelheadfischen immer wieder Lachse, meistens Silberlachse. Möchten Sie einen dieser zur Zubereitung entnehmen, brauchen Sie auf jeden Fall noch die Salmon Marke, welche mit ca can$ 30 zu Buche schlägt. Alles in Allem plus Steuer ergibt einen Betrag von etwa can$ 180,00. Zu weiteren Lizenzen, die an gewissen Gewässern nötig sind, kommen wir später
Die erste Nacht in Britisch Kolumbien ist für viele, mich eingeschlossen, meist etwas kurz. Mir ist es auch schon passiert, daß ich überhaupt kein Auge in dieser ersten Nacht zugemacht habe. Natürlich ist die Erwartung und die Aufregung mit Schuld, der wichtigste Punkt ist allerdings die Zeitverschiebung von neun Stunden. Wenn Sie sich um 22.00 Uhr hinlegen möchten ist es für ihren Körper 07.00 Uhr früh, und mit jeder Minute werden Sie wacher. Seien Sie nicht unzufrieden wenn Sie nur drei oder vier Stunden schlafen, für die Zweite Nacht gibt es ein recht wirksames Rezept. Auf jeden Fall am zweiten Tag auf Schlaf in irgendeiner Form verzichten, zur Unterstützung zwei Kokanee Bier trinken und dann ins Bett. Bei mir ist die Schlaferei erst nach einer Woche halbwegs normal. Noch etwas: Wenn Sie glauben Sie hätten in BC Schlafprobleme, lassen Sie sich bei ihrer Rückkehr nach Europa überraschen. Dann gibt es paar Tage richtige Probleme. Deshalb dringend bei der Planung darauf achten, dass Sie nach ihrer Rückkehr noch ein paar freie Tage haben..
Am dritten Tag machten wir uns auf den Weg nach Norden. Von Hope nach Prince George sind es 650 km. Zuerst führt Sie der Weg am
Highway # 1 durch eine Schlucht entlang des Frasers. Eine typische Touristen Attraktion ist das Hell´s Gate. Da quetscht sich der Fraser durch einen besonders engen Teil der Schlucht. Ob Sie nur von oben, der Highway ist da ca 100m über dem Wasserspiegel, ein Foto machen oder mit der Seilbahn zum Restaurant am Fluß hinunter fahren, bleibt Ihnen überlassen.
Nachdem Sie die Fraser Schlucht Richtung Norden verlassen haben, wird sich das Landschafts Bild drastisch verändern. Bei der Ortschaft Lytton, ca 110 km von Hope entfernt, verlassen Sie den Fraser und folgen für eine Weile dem Thompson River. Die Landschaft hat eindeutig Wüsten Charakter, und darin der blaue Thompson, ein wunderschönes Bild.
Die Steelheadfischerei am Thompson kann grandios sein, nur nicht in der Jahreszeit (September), in der Sie üblicherweise auf dem Weg zum Bulkley River sind. Der Thompson ist dafür bekannt, dass phantastische Steelheads mit der Trockenfliege im Swing gefangen werden können, aber erst ab Ende Oktober! Genießen Sie trotzdem die Fahrt und die Ausblicke an diesem Fluß und wenn Sie den Ort Cache Creek passieren, sind Sie ziemlich im Zentrum dieser Trockenfischerei. Sollten Sie sich lang genug drüben aufhalten, ist dieser Ort die erste Adresse für einen Versuch eine Steelhead im Swing zu fangen. Am besten gehen Sie mit einer 13 – 14 Fuß Zweihandrute, #9/10 an die Sache ran.
Mit dem Thompson erreichen Sie den ersten Fluss, an dem eine zusätzliche Lizenz fällig wird. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes classified water. Diese Gewässer gibt es in d
er Klasse eins und zwei. Die Tageskartenpreise für ein Gewässer Klasse zwei sind can$22,00, für ein Klasse eins Gewässer can$44,00. Als grobe Regel kann man sagen, daß alle klassifizierten Gewässer die leicht mit einem Fahrzeug zu erreichen sind die Klasse zwei haben, diejenigen die eher schwer, mit Hubschrauber oder sehr langen Märschen zu erreichen sind, die Klasse eins haben. Achten Sie schon beim Kauf Ihrer Grundlizenz darauf, dass Sie die Broschüre -Freshwater Fishing Synopsis- mitnehmen. Diese Broschüre wird für jedes Jahr neu aufgelegt und enthält alle Grundbestimmungen nach Gewässern geordnet. British Columbien ist in acht Regionen in diesem Heft aufgeteilt. Je nach Region finden Sie das Gewässer das befischt werden soll, mit Grenzen und Bestimmungen. Die aktuellsten Regelungen finden Sie dann direkt am Gewässer. Diese werden an markanten Stellen durch Anschlag bekanntgemacht. Es ist sicher eine sehr gute Idee in einem erreichbaren Angelladen nach den örtlichen Bestimmungen zu fragen. Ein Beispiel: Der Coquihalla bei Hope konnte von mir erstmals 2006 und dann 2007 befischt werden, die Jahre davor war er geschlossen. Wichtig: Die Kanadier verstehen bei Regelverstößen absolut keinen Spaß. Bei einem solchen können Sie sich so schnell im nächsten Flieger nach Europa wiederfinden, so schnell schauen Sie nicht. Gleich noch eine extrem wichtige Regel: Für ganz BC gilt- Einzelhaken ohne Widerhaken. Ein Verstoß gegen diese Regel kann auch sehr schnell zum vorzeitigen Abruch der Reise führen.
Auf dem Weg nach Prince George sind noch zwei weitere Positionen zu erwähnen. Williams Lake in fischereilicher Hinsicht, Barkerville in touristischer.
Williams Lake: 400km
Etwa 60km Östlich von WL kommt man an den Horsefly River. Dieser kann, wenn genug Sockeyes aufgestiegen sind, eine tolle Regenbogen Fischerei bringen. Vermeiden Sie aber bitte den Blödsinn dort aufs Geratewohl hinzufahren. Erstens ist es ein Class 2 Fluss und zweitens kann es absolut sein, daß bei zu geringem Aufstieg der Lachse die großen Regenbogen nicht aus dem See aufsteigen. Wenn Sie WL erreichen, finden Sie auf der rechten Seite einen kleinen Fliegenfischer Laden, der von einem Indianer Namens Lou betrieben wird. Fragen Sie dort nach und wenn er sagt, dass es Sinn macht, können Sie auch gleich die Lizenz erwerben.
Barkerville: 600 km
Barkerville ist eine wieder hergerichtete Goldgräberstadt. Auf Ihrem Weg nach Prince George kommen Sie durch den Ort Quesnel, etwa 120km von Williams Lake entfernt. Von dort führt eine Stichstraße Richtung Osten nach Barkerville, einfach 85km. Hin und zurück 170km, das heißt, mit Anschauen des Ortes ist ein halber Tag weg. Wenn der Urlaub unter 18 Tagen liegt, sollte man da schon mal überlegen. Sehenswert ist der Ort sicher. Es leben sogar noch einige Schürfer dort, die von ihrer Ausbeute leben.
Prince George: 650 km
Sollten Sie Barkerville besucht haben, ist es spätestens hier an der Zeit ein Übernachtung vorzusehen. Im anderen Fall kann man sicher versuchen bis Smithers durchzufahren, daß sind allerdings von Hope aus 1000 km. Diese in 12 Stunden zu fahren ist fast unmöglich, 14 – 16 Std ist viel realistischer.
Houston: 940 km
Zusammenfluß von Morice und Bulkley River. Ausserdem der Ort, der sich rühmt die größte Fliegenrute der Welt zu haben.
Smithers: 1000 km
Der Aufenthalt in oder um Smithers sollte 3 – 4 Tage dauern, vorausgesetzt der Bulkley ist befischbar. Der interessante Teil des Bulkley´s beginnt unterhalb der Ortschaft Houston ( 940 km ), ab dem Zusammenfluß des Morice mit dem Bulkley. Der eigentliche Quellfluß der Bulkley`s ist der Morice. Von diesem Zusammenfluß bis Trout Creek, eine Stelle 20 km unterhalb von Smithers, sprechen wir von 85 km Fischwasser. Davon sind ohne Boot über die vorhandenen Zufahrten ca 15 – 20 km erreichbar, gute Kondition vorausgesetzt. Einige markante Punkte sind die Quick Bridge, Telkwa, Smithers und Trout Creek
Die Fischerei:
Vor Ort werden Sie feststellen, daß die meisten Einheimischen mit einer Sink Tip Leine und ziemlich großen Fliegenmustern stromab fischen. Das ist allerdings nicht meine Fischerei. Ich bevorzuge das Nymphenfischen stromauf, mit einem langen,
in einer Stärke durchgehenden Vorfach. Als grobe Regel, Gewässer bis 30 m Breite, Schnurklasse 7, breitere Schnurklasse 9. Am Anfang der Fliegenschnur ein Bissanzeiger, der allerdings durch die Rutenringe durch passen muß!! Vom Bissanzeiger bis zur Nymphe, je nach Gewässer Tiefe und Geschwindigkeit, 4 – 8 (ja acht! ) m Vorfach. Dieses wieder angepasst an das Gewässer in den Stärken 0,25 – 0,30 oder 0,35. Dann eine Nymphe Größe 4 – 8, mit einem Messing- oder Tungsten Kopf, ca 5mm Durchmesser und eineinhalb Lagen Blei. Die Köpfe in der Farbe Gold, Schwarz, Silber oder Kupfer. Es ist äußerst empfehlenswert mit einer solchen Montage drei Monate vor Reisebeginn Übungen zu beginnen. Wenn Sie das erst in BC probieren möchten, könnte das der teuerste Kurs Ihres Lebens werden.
Mit diesem System wie bei uns auf Forellen oder Äschen stromaufwärts fischen.
Eine andere Variante ist das Fischen mit der Trockenfliege. Dabei wird zwischen zwei Möglichkeiten unterschieden.
Trocken stromab.
Die Ausrüstung wie gehabt, allerdings ohne Bissanzeiger und mit verjüngtem Vorfach. Die Vorfachlänge beträgt 3 – 4 m, bestehend aus einem konischen Teil, gedrillt, 2 – 3 m und einer Spitze 0,30er oder 0,35, 1 – 1,5 m. Die Fliegen # 2 – 6, sehr gut schwimmend. Das allein reicht aber nicht aus, die Verwendung eines Riffle Hitch, ein spezieler Kopfknoten, ist ein Muss. Anders bekommen Sie die Fliege auf Dauer nicht zum Schwimmen.
Serviert wird schräg stromab bis querab, mit einem nachfolgenden Schnur Mending. Das Ziel ist es, der furchenden Fliege die richtige Geschwindigkeit zu geben. Diese können Sie über die Größe des hinter der Fliege in der Oberfläche enstehenden V abschätzen. Eine Schenkellänge von ca 20 cm ist goldrichtig. Bei einem Biss unbedingt den ersten Anschlag Reflex unterdrücken, d.h. mit etwas Verzögerung anschlagen. Geignet für diese Fischerei sind Gewässer Partien mit leichter bis stärkerer Strömung. Langsam fließendes Wasser sowie Weißwasser ist eher nicht geeignet.
Trocken stromauf
Der Aufbau der Ausrüstung entspricht der Trocken stromab Methode, wobei ich dazu tendiere den Spitzenteil des Vorfachs etwas zu verlängern. Diese Art des Fischens ist für mich die Königsdisziplin auf Steelheads. Gefischt wird wieder wie bei uns auf Forellen oder Äschen, stromauf servieren und dann die Fliege in der Dead Drift abtreiben lassen. Der Anbiss ist oft sehr vehement und ich gebe gerne zu, das ich bei meinem ersten Erlebnis dieser Art beinahe die Fliegenrute habe fallen lassen, vor Schreck. Allerdings hatte ich auch schon einige Male die Situation, in der das Auftauchen der Steelhead mit dem Nehmen der Fliege in einer durchgehenden, gleichmässigen Bewegung zu verfolgen war. Der absolute Übertraum.
Verwendete Muster sind Wulff Flies, Irresestible, Palmer und Köcherfliegen in den Größen 4 – 6. Die Verwendung eines weißen Flügelmaterials ist beim Fischen ungemein hilfreich.
Für beide Arten der Trocken Fischerei bietet sich auch die Zweihandrute an. Damit Sie am Schluß nicht sechs oder acht verschiedene Ruten dabei haben müssen, würde ich die gleiche Ausrüstung wie eingangs für den Thompson erwähnt, empfehlen.
Tatsache ist, so schön die Trockenfischerei auch ist, daß Ergebnis wird im Vergleich zur Nymphenfischerei deutlich nachlassen. Sollten Sie allerdings eingeschworener Trocken Purist sein, nur zu. Ich kann auf 21 tägige Urlaube zurück schauen in denen ich nicht eine einzige auf Trocken erwischt habe. Dagegen stehen Tagesresultate von bis zu 10 Steelheads auf Trocken, stromauf!
Nachdem Sie nun Ihre vielleicht ersten Gehversuche auf Steelheads hinter sich gebracht haben, ist es Zeit zur Weiterfahrt. Das nächste Ziel ist der Kispiox mit der gleichnamigen Ortschaft. Von Smithers bis Kispiox sind es ca 130 km, keine allzu große Sache. Seit Prince George sind Sie auf dem Yellowhead Highway, auch als Highway 16 bekannt, unterwegs. Dieser führt am Ende bis Prince Rupert an der Westküste. Diesem folgen Sie von Smithers aus bis New Hazilton, 75 km von Smithers entfernt. Dabei wird die Ortschaft Moricetown mit dem Canyon passiert. Nehmen Sie sich etwas Zeit für Fotos. Manchmal kann man auch zuschauen wie die Indianer Fische fangen. Achso, bezeichnen Sie die Indianer vor Ort bloß nicht als Indianer. Natives oder First Nations wird viel lieber gehört. Das uns so vertraute -Indianer- ist eher ein Schimpfwort
.
In New Hazilton geht es recht vom Highway weg nach Kispiox. Gleich beim abbiegen sehen Sie die Hinweisschilder auf Kitwanga, einem Indianerdorf das restauriert wurde. Ein Besuch ist, wenn es die Reisezeit erlaubt, empfehlenswert. Nach einigen weiteren Kilometern eine einspurige Stahlbrücke über ein unglaubliches Tal. Stellen Sie das Fahrzeug vor oder nach der Brücke ab um die Aussicht zu bewundern. Versuche diese Aussucht während des überfahrens der Brücke zu geniessen haben schon böse geendet.
Direkt am Ortsbeginn von Kispiox überquert eine Brücke den Fluß Kispiox. Eine gute Gelegenheit den Wasserstand und die Sichtigkeit zu überprüfen. Wenn ein Fischer Erfahrungen am Kispiox hat, kann er auch bei getrübten oder hohem Wasser fangen. Bei einem Erstbesuch ist es meiner Meinung nach verschwendete Zeit und Geld. Der Kispiox ist wie der Bulkley ein Class 2 Gewässer. Die Lizenz kann in einem Steelhead Camp erworben werden. Dieses wird von einer Östereichischen Familie betrieben. Diese ist in Kispiox bekannt und der Weg dorthin kann Ihnen beschrieben werden, Entfernung von Kispiox ca 20 km. Ab Kispiox befahren Sie eine Gravelroad, eine Schotterstraße. Geschwindigkeiten über 60km/h können ins Auge gehen. Die Straße folgt ständig dem Fluß. Auf Höhe des Steelhead Camps gibt es einige sehr gute Gewässerabschnitte. Übrigens ist der Kispiox meiner Meinung nach der Fluß, der die größten Steelheads produziert.
Unser nächstes Ziel ist die Stadt Terrace. Sie ist 130km von Kispiox entfernt. Während der Fahrt auf dem
Highway 16 Richtung Westen, haben Sie die meiste Zeit den Skeena River im Blick. Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, einfach irgendwo unterwegs anzuhalten und Ihr Glück mit der Fliege zu probieren. Der Skeena ist in einigen Bereichen frei zu befischen, in anderen aber nur mit einer classified water Lizenz. Machen Sie sich in Terrace in einem der Angelgeschäfte schlau, was wo erlaubt ist. In Terrace teilt sich der Skeena und umfliesst die Insel Ferry Island. Auf dieser sind einige Abstellplätze für Wohmobile, zum Teil mit Wasser und Stromanschluss. Wenn Sie dem Highway 400m weiter Richtung Westen folgen, finden Sie auf der linken Seite eine Dumpstation. Dort kann das Abwasser des Wohnmobils entsorgt werden.
Stromaufwärts der rechte Arm des Skeenas am oberen Ende der Insel ist ein absoluter Hotspot. Einem meiner Freunde ist es dort gelungen, eine 25 Pfund Steelhead auf Goldkopf Nymphe zu fangen.
Deswegen sind Sie aber nicht nach Terrace gefahren. Der Hauptfluss ist der Copper. Diesen überquert man kurz bevor Terrace erreicht ist. Für mich ist der Copper einer der schönsten Flüsse überhaupt. Seien Sie nicht zu enttäuscht, wenn ein Blick von der Copper Brücke trübes Wasser beschert. Meistens ist der Clore, der etwa 35 km stromauf einmündet, für diese Trübung ( Gletscherwasser ) verantwortlich. Oberhalb
dieser Einmündung beginnt auch die für mich interessanteste Fischerei. Um dorthin zu gelangen, biegt man von Terrace kommend etwa 200 m vor der Brücke rechts in eine Holzfäller Strasse ein. Dieser folgen Sie, bis sie den Clore überqueren. Dann noch etwa 500 m, dass Fahrzeug abstellen und loslegen. Achtung: Wir sind diesen Weg schon öfter mit dem Wohnmobil gefahren und haben uns dafür so manches Mal einen Vogel zeigen lassen. Es können Ihnen immer Holzlaster entgegen kommen, die beladen keine rechte Chance haben rechtzeitig zu bremsen. Seien Sie bitte äusserst aufmerksam auf dem Weg zu Kilometer 35. Von dort aus stehen Ihnen ca 12 km Wasser mit traumhaften Pools und schnelleren Strecken zu Verfügung. Wichtig, bei Niedrigwasser immer wieder mit der Trockenfliege stromauf probieren. Eines meiner Highlights war der Fang zweier 86cm Steelheads innerhalb einer Stunde mit der Trockenfliege. 2007 konnte ich nicht eine trocken fangen, wurde aber mit zwei Zwanzigpfündern auf Nymphe, wieder innerhalb einer Stunde, mehr als entlohnt.
Längere Regenfälle oder Gewitterschauer können den Copper, oft auch unter der Bezeichnung -Zymoetz- zu finden, unbefischbar machen. Eine herbe Enttäuschung kann Ihnen dadurch erspart bleiben, dass Sie vorab bei einem der Angelgeschäfte in Terrace anrufen. Die Telofonnummern können Sie von jeder Telefonzelle beim Operator erfahren und sich evtl. auch gleich verbinden lassen. Haben Sie dafür bitte ausreichend 25 Cent Stücke zur Hand ( ca can$ 3,00 ), einfach die Null wählen und schon geht’s los. Ich tätige diesen Anruf immer von Smithers aus.
Sollten Sie richtig gute Bedingungen am Copper vorfinden, verbringen Sie ruhig 3 – 4 Tage an diesem Fluss, der immer für positive Überraschungen gut ist.
Bevor ich es vergesse, bei der Steelhead Fischerei reden wir bei wilden Fischen von absolut Catch and Release. Für Fische aus der Zucht gibt es teilweise Abweichungen von dieser Regel. Diese Fische erkennen Sie daran, dass dem kleinen Fisch der in den
Fluss entlassen wird, vorher die Fettflosse abgeschnitten wird. Gott sei Dank sind auch für diese Fische die Quoten soweit reduziert, dass keiner mehr auf die Idee kommen kann sich mit diesen den Urlaub zu finanzieren. Überhaupt, wenn Sie Fisch oder Fischfilets in irgendeiner Form mit nach Deutschland bringen möchten, erkundigen Sie sich vor Reiseantritt über die erlaubten Mengen (von Deutschland zur Einfuhr erlaubt)!
Bereits wenn Terrace erreicht wird, muss man sich im Klaren darüber sein, dass nachdem Beenden der Fischerei in dieser Gegend eine ziemlich wichtige Entscheidung ansteht. Es gibt zwei Möglichkeiten die Tour fortzusetzen. Die eine ist, dass man in Terrace umdreht und die gefahrene Strecke wieder zuruckfährt. Dazu etwas später noch ein Hinweis zu einer Abweichung. Die zweite Möglichkeit ist bis Prince Rupert weiter zu fahren. Von dort aus kann dann die Fähre nach Port Hardy auf Vancouver Island genommen werden. Der Fährpreis für ein Wohnmobil mit zwei Personen berechtigt, die normale Rückfahrt ins Auge zu fassen. Noch vor drei Jahren hätte ich die Fähre bedenkenlos empfohlen, obwohl auch zu diesem Zeitpunkt etwa can$ 650,00 für ein 22-Fuss- Wohnmobil mit zwei Insassen bezahlt werden mussten. Dagegen stand eine Fährzeit von 15 Std., die eine Fahrt von 1500 km erspart hat. Letztes Jahr war diese Fährzeit bei ca 24 Stunden und der Preis deutlich gestiegen. BC Ferries hat die Route geändert, was zu der längeren Zeit geführt hat. Auch diese Erkundigung über Preise bei BC Ferries sollte vor Reiseantritt recherchiert ( Internet ) werden. Dabei bitte unbedingt die Telefonnummer aufschreiben. Sollten Sie sich zur Fährfahrt entschliessen, bitte die Plätze auf der Fähre rechtzeitig reservieren.
Bei einer Rückfahrt über den Highway gibt es ca 30 km nach Clinton die Möglichkeit vom Highway 97 rechts in den Highway 99 abzubiegen. Diesem folgen Sie über Whistler und Squamish bis Horseshoe Bay, dem Endpunkt des Highway 1 auf dem Festland. Von dort mit der Fähre nach Nanaimo, Vancouver Island. Preis ca can$80,00 für ein 22-Fuss-Wohnmobil mit zwei Personen. Ein Van mit zwei Personen ist ca. can$ 20,00 günstiger.
Vancouver Island.
Je nach dem welche der acht Fähren, die täglich zwischen Horseshoe Bay und Nanaimo verkehren, Sie nehmen ist eigentlich das nächste Ziel auf Vancouver Island vorgegeben. Die Fährzeiten sind zwischen 06.20Uhr früh und 21.35Uhr abends (Septemberfahrplan 2008, ab Oktober 06.30 bis 21.00Uhr ). Fährzeit: Eine Stunde und 35 Minuten. Wenn Sie um 23.00Uhr abends die Insel erreichen, wird sich Ihre Lust auf längeres Fahren in Grenzen halten. Überhaupt, bei allen Abfahrzeiten am Nachmittag sollte die Orientierung Richtung Port Alberni sein, bei einer frühen Überfahrt Richtung Campbell River.
Vancouver Island ist eine Insel mit ca. 500km Länge und 100 km Breite. Nördlich von Campbell River ist die Bevölkerungsdichte eher dünn, südlich von CR nimmt diese immer mehr zu und gipfelt letztendlich in der Hauptstadt von BC, Victoria mit 250000 Einwohnern, am südlichen Insel Ende.
Die Einzige Nord – Süd-Verbindung war früher der Highway 19 an der Ostküste der Insel. Heute ist der Teil zwischen Nanaimo und Campbell R
iver der der Küste folgt in 19a umbenannt. Der Grund: Zwischen 1996 und 2001 wurde deutlich von der Küste entfernt ein Express Highway gebaut der jetzt den Namen 19 trägt. Dieser verkürzt die Fahrzeit von Nanaimo nach CR auf 1 ½ Std. Ost – West Verbindungen gibt es nur eine Handvoll auf der Insel und von diesen sind drei geteert.
Vancouver Island ist Kanada, British Columbien für Beginner. Alles ist etwas kleiner, überschaubarer. Es gibt keine Grizzlys, nur Schwarzbären. Die Flüsse sind nicht länger als 50km. Die zu fahrenden Entfernungen halten sich im Rahmen. Ganz wichtig, das Klima im Winter ist äusserst mild. Zwar auch dort eine Ausnahme, habe ich im Februar in Campbell River schon hemdsärmlig gefischt.
Ein weitere Vorteil: Es gibt kein Classified Water! Sie fischen einfach mit Ihrer Lizenz wo es erlaubt ist. Siehe -Freshwater Fishing Regulation Synopsis-. Das Fischen im Meer ist extra zu bezahlen und recht teuer.
Campbell River 150km von Nanaimo
Campbell River bietet mit dem gleichnamigen Fluss und einem Zulauf zu diesem, dem Quinsam, eine abwechslungreiche Fischerei. Einen Winter Run gab es hier schon immer. Der Steelhead Sommer Run wird durch Besatz mit wilden Fischen aus anderen Flüssen der Insel in den Campbell aufrecht erhalten. In beiden Flüssen ist auch ein gezieltes Fischen auf Cohos ( Silberlachs ) zu empfehlen, wie in fast allen Flüssen auf der Insel. Vereinzelt werden noch Kings gefangen, die Blütezeit des King Run liegt aber viel eher im Jahr. Sehr schön ist, dass die Hälfte der Campbell Strecke ein reiner Fliegenfischer-Strecke ist. Das obere Drittel der unteren Insel sowie das untere Ende der oberen Indel sind zwei sehr schöne Fliegenfischer-Strecken. Bei der oberen Insel kann sich der Einsatz der Trockenfliege stromauf durchaus lohnen.
Auskünfte in CR: Tyee Marine, ein nettes Angelgeschäft mitten in der Stadt.
Gold River
Das 85km von Campbell River entfernte Gold River ist eine 1000 Seelen Stadt am Ende einer der drei Teerstrassen nach Osten. Der Gold River ist sicher einer der besten Winter Run Flüsse, hatte aber in den letzten Jahren das Problem, einen stationär im Inlet lebenden Orca zu haben. Viele Winter Run Steelheads sind leider in seinem Magen verschwunden. Dieses Problem hat sich vor zwei Jahren durch Abwanderung des Orcas gelöst. Seitdem sind die Stückzahlen der Steelheads wieder auf dem Vormarsch. Etwa 10km oberhalb der Ortschaft Gold River mündet der Muchalat in den Gold. Von dieser Stelle dürfen Sie den Muchalat aufwärts fischen, der Gold River ist aufwärts gesperrt. Dort ist er Privat Eigentum der Natives, Verstösse enden nicht am Marterpfahl, bringen aber jede Menge Ärger. In Gold River mündet der Heber in den Gold. Befischt werden darf dieser erst oberhalb der Heber Canyons. Fly only, der Versuch mit der Trockenfliege stromauf kann zum Erfolg führen.
Port Alberni
Port Alberni liegt nur 82km von Nanaimo entfernt und ist über den Highway 4 zu erreichen.. Hier stehen drei Flüsse zur Verfügung, von denen mir der Stamp der interessanteste auf Steelhead zu sein scheint. Etwa 18km stromauf von P Alberni sind die Stamp Falls mit einem Platz für Wohnmobile, allerdings ohne Strom und Wasser. Oberhalb der Fälle Sind sehr schöne Strecken zum Fliegenfischen. Nochmal 5km oberhalb der Fälle ist eine Stelle bekannt unter dem Namen Maneys Pool. Von dort aufwärts bis 1km oberhalb der Ash Mündung haben Sie excellentes Steelhead Wasser zur Verfügung. Ein kleiner Nachteil: Durch den teilweise sehr starken Coho und King Aufstieg sind Bären Begegnungen an der Tages Ordnung. Auskünfte bekommen Sie in Port Alberni bei dem Angelgeschäft Gone Fishing
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Cowichan
Etwa 60km südlich von Nanaimo liegt die Ortschaft Duncan mit dem Cowichan River. Soweit unten habe ich diesen Fluss nie befischt. Die richtig schöne und Fly Only Strecke liegt zwischen den Skutt Falls und der Ortschaft Cowichan am gleichnamigen See. Das besondere an diesem Fluss ist, dass Sie neben Steelhead und Lachsen auch Brown Trouts fangen können. Diese sind Meerwandernd und können beachtliche Größen erreichen. Meine schönsten Brown Trouts waren dort in der 60cm Klasse, Bekannte kamen bis 10 Pfund, angeblich sollen diese bis 30 Pfund schwer werden. Sicherlich eine tolle Abwechslung mal wieder mit dem 6er Gerät und von hier gewohnten Fliegengrössen den Brown Trouts nachzustellen.
Bären: Alle mir bekannten Unfälle mit Bären kamen ausschließlich durch Fehlverhalten der Menschen vor. Der Bär will von Ihnen nichts, Sie passen auch nicht in sein Beute Schema (Schwarzbären). Er will nichts anderes als Sie, nämlich Fische fangen. Machen Sie genug Krach wenn Sie sich am Wasser und durch den Wald bewegen. Haben Sie
keine Lebensmittel bei sich die der Bär riechen könnte, auch und besonders keinen frischen Lachs. Ganz wichtig, wenn es zu einer Begegnung kommt: Laufen Sie nicht in panischer Angst davon, der Bär ist so nah mit dem Hund verwandt, dass Sie ihn mit Weglaufen nur reizen. Nicht dem Bär direkt in die Augen schauen oder eine große Kamera Linse aus nächster Nähe auf ihn richten, dass wird als Drohgebärde aufgefasst. Den Blick senken und langsam Schritt für Schritt entfernen ist die sicherste Methode. Eine ganz blöde Situation, Sie fischen längere Zeit im Wasser und steigen danach ans Ufer. Dort stellen Sie fest, dass Sie genau zwischen einer Bären Mutter und ihren Kleinen gelandet sind. Umgehend zurück ins Wasser und möglichst ein paar Meter zwischen sich und das Ufer bringen. Vermeiden Sie diese Situation dadurch, dass Sie beim Aussteigen aus dem Wasser extrem viel Krach machen und lassen Sie sich Zeit dabei. Die Bären Mama brauch etwas Zeit ihre Kleinen in Sicherheit zu bringen, dass ist ihr viel wichtiger als mit ihnen in irgendeiner Form anzubandeln.
Grizzlys: Einige sehr gute Gewässer wie zum Beispiel der Babine sind für ihr starkes Grizzly Aufkommen bekannt. Das ist nicht der Grund dafür, dass ich ihn nicht erwähnt habe, sondern ich halte das Befischen des Babines ohne Boot und ohne Guide für rausgeschmissenes Geld. Sie können ihn eigentlich nur an einer Stelle erreichen, unterhalb des Babine Lakes, und horen dann hin und wieder Schüsse oder lassen sich von dort angelnden Kollegen, dass diese am Vormittag schon dreimal von Grizzlys aus dem Wasser vertrieben wurden. Heben Sie sich den Babine für eine Zeit auf, nachdem Sie die ersten Gehversuche auf Steelheads hinter sich haben. Oder Geld spielt keine Rolle und Sie können sich Lodge, Guide und Boot am Babine leisten.
Es gibt immer wieder leichtsinnige die sich allein und unerfahren in diese Gebiete trauen, und die meisten überleben das auch. Trotzdem möchte ich von diesem Abenteuer dringlichst abraten.
Die einzige Waffe die Sie ohne entsprechende Lizenz mit sich tragen dürfen, ist das Bärenspray. Das ist eine sehr gute Sache, besonders für den eigenen Kopf. Es bruhigt einfache ein wenig. Ich habe es immer dabei und mußte es bei über Dreissig ( 30 ) Besuchen nie einsetzen!
Ein dringender Rat: Egal wie Sie diese Reise gestalten, sie wird bei drei Wochen all inclusive sicher bei ¤ 2500.- oder höher liegen. Sollten Sie nach einer Woche keinen Erfolg gehabt haben, nehmen Sie sich für einen Tag einen Guide. Der wird ab can$250.- aufwärts kosten. Oft kann man sich aber die Kosten mit einem zweiten Fliegenfischer teilen. Achten Sie unbedingt drauf, dass der Guide Ahnung vom Fliegenfischen hat. Guides für die normale Angelei gibt es viele, fürs Fliegenfischen wird es schon seltener. Es wäre schade nach drei Wochen enttäuscht zurück zu kommen, nur weil an der falschen Stelle gespart wurde.
Ich hoffe das Ihnen dieser kleine Leitfaden weiter hilft. Gutes Gelingen und viel Erfolg wünscht Ihnen Wolfgang Fabisch.
Ps: Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
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