In Berchtesgaden mit der Fliege Fischen

An der Königsseer und Berchtesgadener Ache


Fliegenfischen in Berchtesgaden an den verschiedenen Achen

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In der Fliegenfischen Ausgabe eins von 1990 schrieb Bernd Nickoleit die Reportage "Kompakter Kurs in Berchtesgaden". Dabei ging es um die Vorstellung der Gewässer vor Ort, sowie um meine Fliegenfischerkurse dort.

Einige Jahre lang konnte ich diese Kurse ab dem ersten Mai durchführen, dann änderten sich die Verhältnisse so stark, dass zu dieser Jahrszeit kein Kurs mehr durchgeführt werden konnte. Das Schmelzwasser setzte immer früher ein.

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In dieser Zeit lernte ich einige Fliegenfischer vor Ort kennen. Wie überall gab es davon solche und solche. Die Mehrzahl war absolut daran interessiert, dass Besucher ihrer Heimat Erfolge an den Gewässern erzielten.

Eine sehr kleine Minderheit betrachtete die Achen wohl eher als Privatbesitz. Ungern erinnere ich mich an einen Kontrolleur, mit dem die Diskussion Bissanzeiger ja oder nein über Jahre für Unruhe sorgte.

bahnhof berchtesgadenDer Kreisverkehr am Bahnhof mit Zusammenfluss der Achen

Die Gewässer heute

Nachdem einige Jahre vergangen sind, in denen ich nicht in der Region zum Fliegenfischen kam, war es mehr als an der Zeit dort wieder mal vorbei zu schauen. Außerdem hatte ich einige recht schlechte Kommentare über die Fischdichte gehört. Den geplanten Termin gab ich beim Fränkischen Fliegenfischer Stammtisch bekannt und so kam es, dass fünf Mitglieder des FFS am 22.07. und 23.07. die Achen mit befischten.

Mir war es möglich, bereits ein paar Tage davor einen ersten Versuch zu starten. Im Gegensatz zu früher sind die Gewässerstrecken völlig anders zusammengefasst.

Bei den Fließgewässern gibt es zwei Auswahlmöglichkeiten. Zum einen die Königsseer und die Berchtesgadener Ache, zum anderen die Ramsauer Ache. Die ersten beiden sind in zwei unterschiedliche Teilabschnitte geteilt, die zwar mit der gleichen Lizenz befischt werden dürfen, aber unterschiedliche Regelungen zur Fischerei haben.

Die Königsseer Ache zum Fliegenfischen hier schlecht geeignetDieser Bereich ist nicht besonders zum Fliegenfischen geeignet

Die folgenden Angaben sind vom Fischereiverein Berchtesgaden-Königssee e.V. übernommen:

1. Befischbare Länge Königsseer Ache 4,5km, plus befischbare Länge Berchtesgadener Ache (drei Unterteilungen) 10,5km, insgesamt 15km Fischwasser auf eine Erlaubniskarte.

2. Bei der Ramsauer Ache haben zwei Teilstücke eine Gesamtlänge von 8,18km.

Die Tageskarten pro Variante kosten €22.-, inklusive Schreibgebühr.

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Als dritte Variante gibt es noch die Fischerei am Hintersee. Es gibt Wetterbedingungen, die alle Achen unbefischbar machen, dann ist man für den Hintersee sehr dankbar.

Ich hatte das Glück, dass am Dienstag alle Gewässer befischbar waren. Das ist leider nicht immer so, was uns im weiteren Verlauf der Woche mehrfach vor Augen geführt wurde. Das Problem entsteht durch einen Zulauf der Ramsauer Ache, dem Wimbach!

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Der Zusammenlauf von Ramsauer und Berchtegadener AcheDer Zusammenlauf von Ramsauer und Berchtegadener Ache in Berchtesgaden.

Seit vielen Jahren schon macht der Wimbach bei Regenfall, Gewitter usw Probleme. Sein Wasser wird schneeweiß, absolut undurchsichtig und erinnert an eine Farbdose mit weißem Lack! Ab seinem Einlauf in die Ramsauer Ache wird diese und im weiteren Verlauf auch die Berchtesgadener Ache total für die Fischerei ausgeschaltet.

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Wenn man sich die Farbe anschaut, kann man sich vorstellen, dass die unterhalb liegenden Gewasserabschnitte nicht befischbar sind. Das bedeuted, von einer gesamt Gewässerlänge von etwas über 23km sind nur mehr 7,6km übrig, verteilt auf zwei Lizenzen. In "unserer" Woche gab es fast jeden Abend Gewitter und oder Regen. Tatsächlich haben wir am Samstag die untere Strecke probiert und ein paar Fische gefangen. Dies war aber ein relativ blindes Abtasten des Gewässers. Am Sonntag war an ein Fischen der selben Strecke nach einem weiteren Gewitter nicht mehr zu denken.

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Am Dienstag hatte ich Glück und konnte ab der Grenze nach Österreich flussaufwärts Fischen. Zuerst wurde aber ein Versuch in der Königsseer Ache nach dem Frühstück gestartet. Das 0,16er erschien mir gut genug, zeigte sich aber als Fehlgriff.

Schöner Zug in der Königsseer AcheSchöner Zug in der Königsseer Ache. Trocken oder mit der Nymphe befischbar.

Bereits nach dem dritten Wurf gefiel einer Regenbogenforelle mit etwa 60cm - 65cm meine Nymphe. Den Drill fand sie allerdings nicht mehr spaßig und beendete diesen unter Mitnahme der Nymphe. Also dann auf 0,18er gewechselt und es gab keinen Vorfachbruch mehr. Es lies sich aber auch kein weiterer Fisch von diesem Kaliber mehr verführen!

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Regenbogenforellen bis 50cm und Bachforellen bis 40cm konnten aber schon überlistet werden. Beide Arten geben sich im Fight äußerst kampfstark, wobei die Regenbogen mit tollen Sprüngen beeindrucken.

Am folgenden Wochenende fischten wir dann zu sechst. Besonders leicht ist die Fischerei in den Gewässern Berchtesgadens nicht. Die Wassergeschwindigkeit ist echt hoch, auch an Plätzen die relativ ruhig erscheinen. Je weiter man die Königsseer Ache hinauf fischt, desto mehr wird es eine Pocketfischerei. Die Fische stehen mit der Nase direkt hinter einem Stein oder anderem Hindernis. Wenn der Spiegel nicht ganz oben getroffen wird, egal ob mit der Trockenfliege oder Nymphe, wird es nichts mit einem Biss werden. Auf der anderen Seite kann im Erfolgsfall die eine oder andere Überraschung auf einen warten.

Die Bachforellen haben sehr intensive FarbenDie Bachforellen haben sehr intensive Farben.

Fast alle unserer Gruppe konnten Fische fangen, alle hatten auf jeden Fall Kontakt. Außer uns waren noch einige andere Fliegenfischer unterwegs. Manche mit mehr, andere mit weniger Erfolg. Da nur die Königsseer Ache befischbar war, ergab sich recht viel Fliegenfischerverkehr auf die 4,5km. Trotzdem konnte das Wasser nicht als verangelt bezeichnet werden. Es gibt einfach zu viele Stellen, die nicht gleich als Standorte identifiziert werden.

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Ich befische alle hier erwähnten Gewässer zu gut über 90% mit der Nymphe. Selbst im Hintersee funktioniert das sehr gut, wobei dabei teilweise Vorfachlängen zur Benutzung kommen, die manch einem den Schweiß auf die Stirn treiben. 12m mit einem durchgehenden Durchmesser von 0,16mm wollen erst einmal bewegt werden. Es funktioniert aber auch mit der Hälfte der Länge, nur manchmal nicht so gut. Der Hintersee ist eine Geschichte für sich, mit monströsen Bachforellen, die sich auch in die Ramsauer Ache verirren.

Die Berchtesgadener Ache noch eben befischbarDie Berchtesgadener Ache am Samstag, noch eben befischbar.

Auch die Königsseer Ache kann mit Monsterforellen aufwarten. Einige der Seeforellen aus dem Königssee ziehen im Frühjahr in die gleichnamige Ache. Die meisten davon werden in den ersten zweihundert Metern mit dem E-Gerät wieder gefangen und abgestreift. Nichts spricht dagegen, solch einen Fisch auf die Nymphe zu bekommen. Da die Seeforellen nicht auf ein Leben im Fluss trainiert sind, sind sie nicht besonders wählerisch beim Futter und nehmen alles, was sie erwischen können.

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Nach wie vor ist die Fischerei empfehlenswert! Beginner werden sicher vor schwere Aufgaben gestellt, aber wie soll man sich sonst weiter entwickeln? Wie bei allen Tätigkeiten wächst man an seinen Aufgaben. Als Zugabe bewegt man sich in einer traumhaften Landschaft, auch für Fliegenfischer mit Familie super geeignet. Ich werde mich dort auch wieder öfter sehen lassen.

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Ich wünsche Euch immer einen großen Fisch in der Nähe der Fliege,

tight lines

Wolfgang

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