Fliegenfischen Teil drei - Gerät

Fliegenfischer werfen beim Fliegenfischen

Fabisch Flyfishing Blog


Fliegenruten

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Das Gerät der Fliegenfischer, die Fliegenrute, ist an ihrem typischen Erscheinungsbild zu erkennen: Der am unteren Ende des Handteils angebrachte Rollenhalter und damit nach unten verlagerte Schwerpunkt zur Entlastung des Handgelenks. Da sie vom Fliegenfischer stundenlang beim Werfen in Bewegung gehalten wird, ist geringes Gewicht entscheidend. Kohlefaser ist leicht, belastbar bei höchster Elastizität und Schnellkraft und lässt bei der Verarbeitung eine exakte Dosierung der Aktion zu. Kohlefaser ist also das ideale Material einer guten Fliegenrute. Während die älteren Glasfiberruten eine relativ weiche, parabolische Aktion mit weichem Anhieb und guter Dämpfung von Fischfluchten besaßen, haben die modernen Kohlefaserruten generell eine straffere, schnelle Aktion. Einen guten Kompromiss beim Fliegenfischen zwischen Wurfgenauigkeit und Nachgiebigkeit im Drill bietet die semiparabolische Aktion.

unterkunft beim fliegenfischen

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Das Handteil besteht aus Kork und kann zwei grundsätzliche Formen aufweisen: die sich nach vorn verjüngende Zigarrenform und American Standard mit einem Wulst am vorderen Ende. Diese Formen sind an die beiden möglichen Griffhaltungen angepasst, die beim Werfen mit Fliegenruten üblich sind. Die Zigarrenform unterstützt die so genannte “Zeigefingerhaltung", die den ausgestreckten Zeigefinger oben auf dem Kork zeigt. Diese Haltung erlaubt eine sehr genaue Führung der Rute beim Fliegenfischen, eignet sich aber nur für Schnüre bis Gewichtsklasse AFTM 7, da die volle Last auf dem Finger ruht. Der American Standard ermöglicht die stabilere "Daumenhaltung", die mit festem Griff die sichere Führung auch schwerer Schnüre beim Fliegenfischen erlaubt.

Die Kraft einer Rute muss für ein optimales Verhältnis beim Wurf dem Gewicht einer Schnur entsprechen. Das ideale Wurfgewicht ist oft als Doppelwert auf Fliegenruten angegeben: z.B. AFTM 3/4 für eine leichte Äschenrute oder AFTM 5/6 für eine mittlere Forellenrute. Ruten mit Angabe eines Doppelwertes werfen oft besser mit einer Schnur des niedrigeren Gewichtes, also mit Gewichtsklasse 5 bei Fliegenrute 5/6. Da dies allerdings nicht bei allen Fliegenruten so ist, sollte es bei Wahl der Rute getestet werden. Für einen Fliegenfischer, der seine erste Rute kauft, wäre es empfehlenswert, einen erfahrenen Fliegenfischer als Ratgeber an seiner Seite zu haben oder ein Fliegenfischer Fachgeschäft mit verbürgt kompetenter Beratung aufzusuchen. Ruten bis AFTM 10 werden als Einhandruten gebaut, da sie für leichtgewichtigere Beute ausgelegt sind.

Lachs Fliegenruten

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Schwere Modelle sind als Lachsruten für den zweihändigen Einsatz ausgelegt: unter der Fliegenrolle erlauben sie durch Stecken oder Schrauben den Ansatz einer Griffverlängerung, die als “Fighting Butt", also Kampfgriff bezeichnet wird. Für das leichte Fliegenfischen auf Forellen und Äschen mittlerer Größe werden Ruten Klasse 4 bis 6 eingesetzt. Da dies die Fische sind, mit denen es Fliegenfischer am häufigsten zu tun haben wird und da es sich als Anfänger mit einer leichten Ausrüstung einfacher lernen lässt, sollte die erste Rute in diesem Bereich liegen. Später, nach ausreichend eigener Erfahrung und Kenntnis, kommt eine Zweitrute in Betracht, die bis zu 3 Klassen stärker sein darf, also AFTM 7 bis 10, um es auch mit größeren Fischen aufnehmen zu können. Einhandruten sollten nicht länger als 2.80 m sein, um Kopflastigkeit zu vermeiden. Schwere Lachsruten werden bis zu einer Länge von 14 Fuß eingesetzt (z.B. in Schott-land oder Irland), können aber im Extremfall für sehr große Flüsse bis über 5 m lang sein (z.B. in Norwegen). Grundsätzlich gilt, dass etwas länger eher günstig ist, da sich der Anhieb dosierter setzen lässt und Ufervegetation sicherer überwerfen werden kann. Und Trickwürfe gelingen mit einem längeren Hebel ebenfalls besser. Kurze Ruten um 2 m Länge sind in Fachkreisen als “Zahnstocher" bekannt. Sie werden in den leichten AFTM-Klassen in kleinen Gewässern mit starker Ufervegetation eingesetzt, wo das Werfen einer längeren Rute behindert ist. Kurzgeteilte Reiseruten mit 6 bis 7 Teilstücken zum Stecken haben eine straffe und kräftige Aktion und bedeuten eine sehr brauchbare Alternative für Fliegenfischer, die nicht in Salmonidenregionen wohnen und nur bei Reisen Gelegenheit haben, ein Salmonidengewässer zu besuchen. Und auf jeden Fall sind sie einer Teleskoprute für diesen Zweck vorzuziehen! Es ist empfehlenswert, sich schon bei der ersten Fliegenrute das beste Stück zu kaufen, das man sich leisten kann. Lieber eine gute als zwei Ruten eingeschränkter Qualität, weil kaum zu befürchten ist, dass bei jemandem, der einmal mit dem Fliegenfischen begonnen hat, diese Leidenschaft bald erkalten könnte und auch weil eine Rute miserabler Qualität bald mit den wachsenden Fähigkeiten des Fliegenfischer an ihre Leistungsgrenze kommt und nicht mehr befriedigt, wodurch dann ein Neukauf zwingend würde!

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Fliegenrollen

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Aufgabe der Fliegenrolle beim Fliegenfischen ist es, die überschüssige Schnur und Nachschnur, die beim Drill eines starken Fisches als Schnurreserve dient, das so genannte “Backing", aufzunehmen. Die Rolle besteht aus einer auf den Rollenfuß montierten Grundplatte, dem Käfig, der je nach Modell offen oder geschlossen sein kann und aus der Spule. Eine Übersetzung besitzt sie nicht. Da sie leicht sein muss, werden hochwertige Modelle aus modernen “High-Tech-Materialien" wie verschiedenen , Aluminiumverbindungen, Titan und Magnesium gebaut. Billigere Rollen werden oft aus Kohlefaser oder Kunststoff gefertigt oder gegossen. Eine Bremse ist nur selten nötig, da sich die meisten Fische mit der Schnurhand halten lassen. Daher wird beim Kauf oft empfohlen, darauf zu verzichten. Aber wenn sie gebraucht wird, hängt der “Fisch des Lebens" am anderen Ende der Leine und es ist zu bedenken, ob der (kräftige) Mehrpreis für ein zuverlässiges, ruckfreies Bremssystem nicht doch lohnend wäre. Auch bei den Rollen ist die AFTM-Klasse angegeben, so dass es keine Schwierigkeit bereitet, zur Rute die passende Rollengröße zu finden. Eine Besonderheit sind die automatischen Fliegenrollen, die durch einen eingebauten Federmechanismus die freie Schnur aufspulen. Ihr großer Nachteil ist das zu hohe Gewicht, weshalb man ihnen in der Hand von Könnern kaum begegnen wird. Praxistip für die Füllung von Standardschnur DT: zuerst die Fliegenschnur aufspulen, dann Backing anknoten und füllen bis kurz unterhalb der Käfigstege. Dann die gesamte Füllung abnehmen und mit dem Backing voran wieder aufspulen - so wird die richtige Füllmenge gefunden, ohne etwas von der teuren Fliegenschnur zu verlieren!

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Werfen

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Das Werfen der Flugschnur auch nur in den wichtigsten Stilen darzustellen, sprengt den Rahmen dieser Einführung. Nachfolgend aber dennoch einige Anmerkungen zum Thema. Es ist zu empfehlen, sich die Grundkenntnisse des Werfens durch Teilnahme an einem der in der Fachpresse angebotenen, nicht sehr teuren Wochenendkurse in idyllischer Umgebung zu verschaffen oder sich von einem erfahrenen Fliegenfischer einweisen zu lassen. Durch Probieren ohne Anleitung erreicht man zwar bald eine gewisse Weite und Zielsicherheit - es schleichen sich aber auch unbemerkt Fehler in den Wurfstil ein, die die Weite der Würfe drastisch reduzieren und die sich bei nachträglicher Korrektur nur schwer wieder abgewöhnen lassen! Zur Wahl des richtigen Wurfes: Ist der Fisch an seinem Standort erkannt, muss sich der Fliegenfischer entscheiden, welcher Wurf den Köder sicher und unauffällig im Ziel landen lässt - Normalwurf oder Sidecast - oder sind Trickwürfe wie Rollwurf, Schlangenwurf, Bogenwurf nötig? Und wo ist der günstigste Standort? Manchmal reicht ein Schritt zur Seite, um sich ein besseres Wurffeld zu verschaffen!

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Autor: Vincent Kluwe

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